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Kaut Arbeitszeitgesetz darf die wöchentliche Arbeitszeit maximal 48 Wochenstunden betragen, nur in absoluten Ausnahmefällen darf diese Grenze überschritten werden. Dies bestätigte erst kürzlich auch der Europäische Gerichtshof, der sich mit der Klage eines Feuerwehrmanns befasste, der regelmäßig 54 Stunden in der Woche tätig war. Eine derartig hohe Arbeitsbelastung ist auf Dauer nicht hinnehmbar, da sie die Gesundheit des Arbeitnehmers gefährdet. Schließlich braucht der Körper ausreichende Ruhepausen, um zu regenerieren und seine Leistungsfähigkeit zu erhalten. Einige Arbeitgeber und Ökonomen scheinen dies anders zu sehen und würden die Obergrenze am liebsten so schnell wie möglich abschaffen. Dabei lassen sie aber gänzlich außer Acht, dass auch die ständige Erreichbarkeit, die heute de facto von vielen Beschäftigten erwartet wird, eine Art Arbeitsbelastung darstellt und die Entspannung in der Freizeit erschwert.

Da das Gesundheitsrisiko langer Arbeitszeiten bei steigenden Mitgestaltungsmöglichkeiten sinkt, sind leitende Angestellte von dieser Arbeitszeitregelung übrigens ausgeschlossen, sie dürfen also theoretisch auch 50 oder 60 Stunden in der Woche arbeiten und tun dies faktisch auf oft, zumal sie nahezu rund um die Uhr für das Unternehmen zu erreichen sind. Dies trifft inzwischen aber nicht mehr nur auf die Mitglieder der Führungsetagen, sondern auch auf die Mitarbeiter in vielen anderen Bereichen zu. In vielen Branchen gehört die ständige Erreichbarkeit faktisch zum guten Ton, das Geschäftshandy bleibt nicht selten rund um die Uhr und auch an den Wochenenden und im Urlaub an. Dies führt dazu, dass die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit immer mehr verschwimmen.

Umgekehrt bringen diese neuen Entwicklungen aber auch gewisse Vorteile mit sich. Da viele Arbeiten heute am Computer und über das Internet erledigt werden können, ist die Anwesenheit des Angestellten im Büro nicht mehr zwingend zu festen Zeiten erforderlich. Stattdessen ist es zunehmend möglich, einen Teil der Arbeit vom heimischen Schreibtisch aus zu erledigen, wodurch sich die Arbeitszeit deutlich flexibler gestalten lässt.