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Es ist so einfach, im Job eine gute Figur zu machen. Vieles steht und fällt mit dem richtigen Outfit. Ein gut sitzender Anzug ersetze jede Qualifikation, spotten Kritiker dieser Dresscodes sogar. Spätestens wenn große Geldbeträge im Spiel sind, führt am dunkelgrauen Anzug eigentlich kaum noch ein Weg vorbei. Dazu ein dezent weißes oder maximal noch hellblaues Hemd, eine dezent gestreifte Krawatte, und schon ist man immer passend angezogen. Jedenfalls, solange die Schuhe geputzt sind.

Schwierig wird die Lage erst, wenn es international wird. In der heutigen globalisierten Welt gehören Geschäftsreisen inzwischen zum Job wie Computer oder Mobiltelefon. Und gerade hier lauern Fettnäpfchen, die einem normalerweise im Traum nicht einfielen. Denn nicht nur Sitten und Gebräuche unterscheiden sich von Land zu Land teils erheblich, auch der scheinbar unveränderliche Dresscode ist manchmal mit Vorsicht zu genießen. Schon der Stellenwert, der auf korrekte Kleidung gelegt wird, kann ein sehr unterschiedlicher sein. Während Sie im offenen Hemd und dunklen Chinos in den Niederlanden bis kurz unterhalb der Vorstandetagen kaum Probleme bekommen werden, sollten Sie in Spanien oder Mexiko zweimal überlegen, ob Sie Ihre Krawatte lockern, nur weil das Thermometer gerade jenseits der 40 Grad im Schatten steht.

Auch in Japan ist der klassische dunkle Anzug absolute Business-Pflicht, auch wenn kein Geringerer als der damalige Ministerpräsident Junichiro Koizumi im Rahmen seiner „Cool-Biz“-Klimaschutzkampagne schon 2005 zum Verzicht auf die Krawatte wenigstens im Sommer aufrief, um die Klimaanlagen wärmer stellen zu können. Immerhin soll ja angeblich schon ein geöffneter Hemdkragen die körpernahe Temperatur um bis zu zwei Grad sinken lassen.

Businessgarderobe sollte nie zu elegant sein. Nun gut, in Italien, dem Heimatland der Sprezzatura und der körpernahen Anzugschnitte, kommen Sie mit einem dezent gemusterten Einstecktuch und Manschettenknöpfen noch durch. Überall sonst ist das zumindest im Geschäftsleben zu viel des Guten.

Besondere Vorsicht ist bei der Krawatte angesagt. Sind Sie etwa in Großbritannien unterwegs, nehmen Sie Abstand von klassisch gestreiften Krawatten. Ja, sie sehen zum konservativ dreiteiligen Anzug einfach genial aus. Ja, Ihr Gesprächspartner trägt sie möglicherweise auch. Und genau da liegt das Problem. Die Tradition der Club- und Regimentskrawatten hat dazu geführt, dass praktisch jede Farbkombination eine Bedeutung hat. Wenn Sie nun also unterm Hemdkragen unwissender Weise die Farben der Königlichen Leibgarde tragen, könnte Ihr Gegenüber das als anmaßend empfinden. Bleiben Sie also lieber bei modernen italienischen Streifenkombinationen – oder am besten gleich bei schlichten Tupfen.

Übrigens: wundern Sie sich nicht, falls Ihr russischer Geschäftspartner im Designeranzug aufläuft, der Ihnen stolz und auffällig den Markennamen entgegen schreit. Kleidung gilt dort als Statussymbol ersten Ranges. Aber versuchen Sie nicht unbedingt, es ihm gleichzutun. Denn der wahre Profi ist alles – nur kein Blender.