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Dass deutsche Arbeiter gelegentlich während ihres Urlaubs einer Nebentätigkeit nachgehen, ist keine neue Erfahrung. Wenn der Chef seinen Arbeiter beim Jobben während der Ferien erwischte, erteilte er ihm eine Abmahnung, denn der Urlaub ist zur Erholung gedacht. Heute arbeiten jedoch viele Arbeitnehmer mit Wissen und Billigung ihres Chefs während des Erholungsurlaubes.

Gegenüber der traditionellen Ferienarbeit deutscher Arbeiter für einen Dritten hat sich die Arbeitstätigkeit vieler Angestellter während des Urlaubs verändert. Sie heuern nicht bei einem Dritten an, sondern führen Arbeiten für ihren eigentlichen Arbeitgeber auch im Urlaubshotel durch. Eine Arbeitstätigkeit ist bereits das regelmäßige Lesen der dienstlichen E-Mails, worauf die meisten Mitarbeiter nicht verzichten möchten. Vielfach kommentieren sie die empfangenen Mails auch, obwohl sie sich im Erholungsurlaub befinden, und bleiben auf diese Weise in die Arbeitsabläufe ihres Unternehmens eingebunden. Durch das Lesen und Kommentieren der dienstlichen Mails sind viele Arbeitnehmer auch während ihrer Ferien in die Arbeitsabläufe ihrer Abteilung eingebunden; entscheidungsbefugte Mitarbeiter geben sogar Anweisungen an ihre Untergebenen. Zurzeit arbeiten fast fünfzig Prozent aller Arbeitnehmer während des Erholungsurlaubs, wobei sich ihre tägliche Arbeitszeit zumeist auf weniger als drei Stunden beläuft. Etwa zehn Prozent der Angestellten in Deutschland arbeiten während ihrer Erholungsferien sogar mehr als drei Stunden täglich. Moderne Smartphones und das Internet werden ebenso wie die zunehmende Kommunikation über E-Mails den Trend zur Urlaubsarbeit für den eigenen Chef in Zukunft verstärken. Ein ähnlich intensives Arbeitsverhalten während der Ferien wie deutsche Arbeitnehmer zeigen nur die Chinesen, während von japanischen Arbeitnehmern nur wenig mehr als zwanzig Prozent den Erholungsurlaub nicht vollständig zur Erholung nutzen.

Das Arbeiten im Urlaub stößt auf rechtliche und gesundheitliche Probleme. Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verpflichtet diesen eigentlich dazu, seinen Mitarbeitern jede betriebliche Aktivität während des Erholungsurlaubes zu verbieten; lediglich Notfälle berechtigen zu einer Ausnahme. Stattdessen erwarten einige Betriebe, dass ihre Mitarbeiter während des Urlaubs regelmäßig ihr betriebliches Mailpostfach lesen. Sie ordnen dieses in Kenntnis der Rechtslage zwar nicht ausdrücklich an, lassen ihre Erwartung an den Arbeitseinsatz des Mitarbeiters aber durchblicken. Wer nie vollständig von seiner Arbeit abschalten kann, steigert sein Risiko für zahlreiche Krankheiten wie Herzleiden und das Burnout-Syndrom, so dass der Arbeitseinsatz im Urlaub langfristig weder für den Beschäftigten noch für seinen Arbeitgeber sinnvoll ist. Es ist gesünder, den Urlaub zu genießen und während dieser Zeit nicht an die Arbeit zu denken.