karriere-job-infos.de

News rund um Job und Karriere

Obwohl Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt gilt, bewegt es sich mittlerweile arbeitsmarkttechnisch gesehen hin zu einem Niedriglohnland, in dem etwa fünf Millionen Menschen einen Stundenlohn unter 8,50 Euro haben.

Hier ist die Entwicklung des Arbeitsmarktes definitiv bedenklich.
Darf es sein, dass Arbeitnehmer mit ihrem Job ihre Familien nicht mehr ernähren können? Und darf es sein, dass es nicht mehr möglich ist, sich von seinem Einkommen kleine Annehmlichkeiten wie einen Restaurantbesuch oder einen Urlaub leisten zu können?

Die Parteien haben bezogen auf den geforderten Mindestlohn in Deutschland recht unterschiedliche Meinungen. Sowohl die Grünen und die Linken als auch die SPD fordern schon seit geraumer Zeit einen Mindestlohn. Die CDU und die FDP waren bisher dagegen, jedoch scheinen beide Parteien bezogen auf eine Wiederwahl ihre bisherige Meinung aufzuweichen.
Allerdings ist die Umsetzung der Einführung des Mindestlohnes bisher noch nicht bekannt. Angedacht ist, dass eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern gebildet wird, die über die Höhe des Mindestlohnes entscheidet, oder, dass ein Mindestlohn jährlich von der Regierung festgelegt wird. Zudem ist noch nicht entschieden, ob die Einführung des Mindestlohnes für alle Berufsbranchen gilt oder nur in den Branchen greift, in denen es bisher keine Tariflöhne gab.

Nichtsdestotrotz ist es ein Fakt, dass es in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen gibt, die in ihrem Job weniger als fünf Euro die Stunde verdienen und immerhin rund 5 Millionen Arbeitnehmer, die in ihrem Job ein Einkommen von unter 8,50 Euro pro Stunde haben. Hochgerechnet kommt hier ein Arbeitnehmer bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro höchstens auf ein Bruttoeinkommen von 1500 Euro, was bei einem Single etwa ein monatliches Nettoeinkommen von 1000 Euro bedeutet. Wenn man hier nun die steigenden Kosten gegenrechnet, ist mit diesem Einkommen definitiv kein Leben im Luxus drin, vielmehr reicht das Einkommen aus solchem Job zum Überleben.
Gleichwohl gibt es Branchen, in denen die Arbeitnehmer mit ihrer Arbeit nicht einmal ihr Überleben sichern können. Hierzu zählt zum Beispiel das Bewachungsgewerbe, wo der Stundenlohn bei 6,53 Euro liegt. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Gehälter nicht gerade üppig – hier liegt der Stundenlohn je nach Bundesland zwischen 6,19 und 7,40 Euro. Besonders hart trifft es Friseure. Sie haben ohne Gesellenbrief in Brandenburg einen Stundenlohn von 2,75 Euro, mit Gesellenbrief schwankt der Stundenlohn zwischen 3,05 und 7,99 Euro.