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Deutschland wird zunehmend an einem Fachkräftemangel leiden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young. Dabei sind deutsche Fachkräfte sehr gefragt und europaweit führend. In einem weltweiten Ranking der zukünftigen Talententwicklung liegt Deutschland auf Rang vier, nur überholt von den einwohnerstarken Staaten China, USA und Indien.

Abwerbegefährdet sind vor allem Fachkräfte aus den Bereichen Elektronik, Informationstechnik, Nanotechnik, Bio- und Pharmatechnologie sowie Luft- und Raumfahrt. Doch das Problem ist zum Teil hausgemacht. Zum einen beklagen die deutschen Unternehmen, dass das ausländische Interesse an hiesigen Fachkräften sehr hoch sei. Zum anderen gehen die Firmen selbst jedoch nur sporadisch im Ausland auf Fachkräftesuche. Hier ist also ein starkes Ungleichgewicht auszumachen. Dies drückt sich auch dadurch aus, dass nur ca. ein Viertel der deutschen Unternehmen die ausländischen Fachkräfte als eine wichtige Stütze innerhalb der Firma ansehen. An dieser Stelle hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher, denn in Großbritannien (75 Prozent), den USA (74 Prozent), Irland (63 Prozent) oder Kanada (60 Prozent) erfahren Fachkräfte aus dem Ausland eine weit größere Wertschätzung.

Was kann also getan werden, um die Einwanderung von Fachkräften zu erleichtern und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Eine Lösung könnte beispielsweise ein Punktesystem sein, wie es in verschiedenen anderen Einwanderungsstaaten bereits langjährig etabliert ist. Hierzu wird ein Punktekatalog festgelegt, welcher beispielsweise die Schul- und Berufsqualifikation, die akademische Ausbildung, aber auch das Alter und die Sprachkenntnisse bewertet. Das beliebte Einwanderungsland Kanada wendet solch ein Punktesystem bereits seit 1967 an. Um ein kanadisches Einwanderungsvisum zu erhalten, müssen von den 100 möglichen Punkten mindestens 67 erreicht werden. Der Bildungsstand fällt hierbei besonders ins Gewicht. Ein Punktesystem kann somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken, wenn es richtig eingesetzt wird und effektive Bewertungsmaßstäbe setzt.