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Wenn Mitarbeiter trotz einer Krankheit auf der Arbeit erscheinen, dann verursachen sie laut einer aktuellen Studie der Felix-Burda-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Consultingfirma Booz & Company einen größeren Schaden im volkswirtschaftlichen Sinn als wenn sie sich krankschreiben lassen würden und Fehlzeiten entstehen. Laut der Studie soll der volkswirtschaftliche Schaden erheblich sein.

Als Präsentismus bezeichnet man die Präsenz an der Arbeitsstätte, obwohl man eigentlich noch krank ist. Für deutsche Unternehmen ist der Präsentismus derzeit beinahe doppelt so teuer wie die Kosten für reine Fehlzeiten bei krankgeschriebenen Arbeitnehmer. Das ergab eine Studie der Felix-Burda-Stiftung und der Firma Booz & Company, die in Frankfurt am Main vorgestellt worden ist.

Kranke Arbeitnehmer schmälern das Bruttoinlandsprodukt um etwa neun Prozent pro Jahr. Wenn allerdings alle Beschäftigten sich vollständig auskurieren würden und bis zur Genesung auch zuhause bleiben würden, dann könnten die Kosten weitaus geringer gehalten werden, wie die Studie analysierte. Als Lösungsansatz schlägt man in der Studie vor, dass die betrieblichen Gesundheitsvorsorgen maßgeblich verbessert werden müssen, damit dem Arbeitnehmer auch real die Gelegenheit gegeben werden kann, die Krankheit vollständig fernab des Arbeitsplatz auszukurieren und nach der Genesung wieder vollkommen einsatzfähig arbeiten kann.

Die getätigte Studie geht von dem Sachverhalt aus, dass Beschäftigte, die krank am Arbeitsplatz erscheinen, nicht nur erheblich weniger leisten können, sondern auch zu mehr Fehlern und damit zu wirtschaftlichen Nachteilen für das Unternehmen neigen. Deswegen ist das Problem des Präsentismus für die Arbeitgeber sowie für die gesamte Volkswirtschaft auch ein verhältnismäßig teures Problem. Die Kosten pro Jahr summieren sich bei den reinen Fehlzeiten bei erkrankten Arbeitnehmern auf derzeit etwa 1200 Euro. Die Kosten, die sich im Präsentismus verstecken, belaufen sich dabei auf immerhin rund 2400 Euro. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber die Kosten für erkrankte Angestellte auf immerhin die Hälfte real reduzieren könnte, wenn der Erkrankte auch wirklich bis zur vollkommenen Genesung daheim bleiben und nicht unauskuriert zur Arbeit erscheinen würde. Außerdem wäre eine Genesung abseits der Arbeitsstätte auch hinsichtlich der Arbeitseffektivität und -intensität von erheblicher Bedeutung. Denn neben den weitaus höheren Kosten durch den Präsentismus kann sich eine geschmälerte Arbeitsleistung des einzelnen Arbeitnehmers auch indirekt auf andere Unternehmensmitarbeiter auswirken. Allerdings verweist die Studie auch darauf, dass der Weg zu einer Verhinderung zu hoher Kosten durch Präsentismus nur dann erfolgreich bestritten werden kann, wenn sich die Situation hinsichtlich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge auch merklich bessert, was für die gesamte Wirtschaft zu gelten habe.