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Bislang profitieren offenbar nur männliche Auszubildende vom Jobboom. Dies berichtet die „Berliner Zeitung“, der eine Ausbildungsbilanz der Gewerkschaft IG Metall vorliegt. Demnach wurden im Jahr 2011 570.100 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Verglichen mit dem Jahr 2010 bedeutet dieser Wert eine Steigerung von 1,8 Prozent. Allerdings wurden nur 40,7 Prozent dieser Ausbildungsvereinbarungen mit Frauen geschlossen. Laut IG Metall ist dies der niedrigste Wert seit 2002. Verglichen mit 2010 haben vier Prozent mehr Männer eine Ausbildung gefunden, während der entsprechende Wert bei den Frauen um 1,2 Prozent zurückgegangen ist.

Auf der Suche nach Ausbildung und Job: Männer wildern in Frauen-Territorium
Diese Zahlen werfen vor allem die Frage auf, weshalb Männer leichter eine Ausbildung finden als Frauen? Nach der Meinung des Bundesinstituts für Berufsbildung, welches laut „Berliner Zeitung“ die Zahlen der IG Metall bestätigt, könnte das Verhalten der Bewerber ausschlaggebend sein. Frauen, so berichtet BIBB-Forscher Joachim Gerd Ulrich, konzentrierten sich vor allem auf Dienstleistungsfelder. Sie suchen meist einen Ausbildungsplatz und später einen Job zum Beispiel als Bürokauffrau, Verkäuferin oder aber als medizinische Angestellte. Allerdings haben die Männer einige dieser Zweige demnach ebenfalls für sich entdeckt. So soll es zum Beispiel auf Ausbildungsplätze als Industriekaufmann verstärkt männliche Bewerbungen geben. Die Folge: Die Bewerberschlange wird länger und da auch Männer genommen werden, bleiben Frauen auf der Strecke. Zudem gibt es offenbar keine gegenläufige Bewegung: Die Zahl der Frauen, die sich stattdessen für klassische Männerberufe begeistern können, ist nicht im gleichen Maße mit gewachsen.

2011: Ausnahmesituation oder die neue Regel?
Allerdings könnte das Jahr 2011 auch nur eine Ausnahme gewesen sein. Ein klassisches Erklärungsmuster dafür, weshalb es mehr männliche Azubis als weibliche gibt, ist der Umstand, dass Abiturientinnen lieber studieren gehen. 2011 gab es jedoch auch mehr männliche Erstsemester als weibliche. Dies lässt sich jedoch durch den Wegfall von Wehr- und Zivildienst erklären. Eben dieses Erklärungsmuster könnte auch für den Ausbildungsmarkt sprechen. Es gab mit einmal Mal mehr Männer, die hier einen Job suchten. Dieser Einmal-Effekt müsste 2012 allerdings verpufft sein. Eine schlüssige Erklärung, weshalb zunehmend mehr Männer und weniger Frauen eine Ausbildungsstelle erhalten, kann man möglicherweise erst im Frühjahr 2013 geben, wenn klar ist, ob die aktuellen Zahlen ein Ergebnis des weggefallenen Wehr- und Zivildienstes sind oder ob sie einen Trend beschreiben.

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