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Mit dem Ende der Schulzeit beginnt nun für viele junge Menschen in unserem Land die Zeit der Berufsausbildung. Mit dem Beginn der Ausbildung verändert sich das Leben der Jugendlichen gewaltig. Sie ziehen in eine andere Stadt weg von der helfenden Hand der Eltern und nehmen eine Ausbildung auf. Aber die Verunsicherung ist bei vielen am Anfang groß? Welche Rechte habe ich als Azubi? Welche Arbeiten muss ich ausführen und was passiert wenn ich krank werde?

Die Ausbildung in Deutschland ist über das Berufsbildungsgesetz geregelt. Es bildet die gesetzliche Grundlage für alle Ausbildungsberufe. Hier finden sich alle Rechte und Pflichten von Auszubildenden und Ausbildenden. Bestandteil sind auch die Regelungen zum Ausbildungsvertrag.

Was steht im Ausbildungsvertrag?

Der Ausbildungsvertrag beinhaltet das Ziel der Berufsausbildung, Beginn und Dauer der Ausbildung und die Regelungen zum Besuch der Berufsschule. Im Vertrag müssen die Dauer der regelmäßigen Ausbildungszeit, Zahlung und Höhe des Lohnes und die Dauer des Urlaubs enthalten sein. Grundsätzlich müssen Angaben zur Dauer der Probezeit, Kündigungsfristen und Voraussetzungen für die Kündigung des Vertrages gemacht werden. Für manche Branchen zum Beispiel Tourismus gibt es Ausnahmebestimmungen die ebenfalls im Vertrag genannt sein müssen. Der Vertrag ist nach gründlichem Lesen von Ausbilder und Auszubildendem zu unterschreiben. Die Eltern müssen unterschreiben, wenn der Azubi noch keine 18 Jahre alt ist.

Probezeit – Mal schauen ob es passt?

Während der vereinbarten Probezeit kann die Ausbildung mit sofortiger Wirkung vom Azubi, aber auch vom Ausbildungsbetrieb gekündigt werden. Eine Begründung muss nicht erfolgen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Ist die Probezeit beendet, gelten die festgelegten Fristen zur Kündigung. Ist keine Kündigungsfrist festgelegt, kann der Azubi innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende kündigen.

Krank geworden – gleich melden

Wer krank ist, muss zum Arzt gehen. Wichtig ist, sich gleich am Morgen beim Ausbildungsbetrieb melden und Bescheid sagen. Der Krankenschein muss innerhalb von drei Werktagen im Betrieb sein, ansonsten gilt die Zeit als unentschuldigt. Das Gleiche gilt auch während des Aufenthalts in der Berufsschule. Der Betrieb zahlt für sechs Wochen weiter Lehrlingslohn, danach die Krankenkasse. Am besten im Betrieb nachfragen, welche Regelungen dort gelten.

Arbeitszeit und Überstunden

Die regelmäßige Arbeitszeit ist festgelegt. Grundsätzlich dürfen Azubis keine Überstunden machen. Unter bestimmten Bedingungen dürfen Überstunden angeordnet werden. Es muss dafür ein Freizeitausgleich angeboten werden. Über die Rechte bei Leistung von Überstunden können bei Wirtschaftsvereinigungen Auskünfte eingeholt werden.

Gute Arbeit – gute Vergütung

Die Höhe der Vergütung für Auszubildenden ist entsprechend den Branchen unterschiedlich. In Tarifverträgen gibt es Regelungen dazu. Die IHK und die Handwerkskammer können über Durchschnittslöhne informieren. Aber die Höhe der gezahlten Ausbildungsvergütung kann im Betrieb von den Durchschnittswerten abweichen. Die Vergütung ist nach Lehrjahren gestaffelt und die Höhe im Ausbildungsvertrag festgelegt, ebenso der Zahltag. Ausbildungsbeihilfen können bei bestimmten Voraussetzungen beim Arbeitsamt beantragt werden.

Meine Rechte werden nicht eingehalten – Was tun?

Ausbildungsberater der IHK, Handwerkskammer und Berufsinnungen helfen die Rechte Auszubildender durchzusetzen. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat ist er auch für Auszubildenden zuständig. Das gilt auch für Probleme in der Berufsschule.
Gibt es Probleme während der Ausbildung zwischen Betrieb und Auszubildenden kann ein Wechsel des Ausbildungsbetriebes helfen. Über die Rechte gibt auch das Arbeitsamt Auskünfte.