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Ein schneller, heimlicher Griff im verlassenen Lager und schon sind ein paar Schachteln Zigaretten im Rucksack verstaut. Wenn der Mitarbeiter bei diesem Diebstahl nicht einer Kontrolle durch Filmaufnahmen unterzogen und dadurch überführt worden ist, zählt er zu den zahlreichen Angestellten im Einzelhandel, die durch unloyales Verhalten gegenüber ihrem Arbeitgeber jährlich einen Schaden in Milliardenhöhe verursachen.
Doch nicht nur im Einzelhandel sind Fälle von Bespitzelung durch Filmaufnahmen bekannt. Detektive berichten, dass nahezu 70% ihrer Aufträge aus der Wirtschaft kämen um das Verhalten der Beschäftigten zu überwachen. Fast jeder dritte Computer würde am Arbeitsplatz kontrolliert, Familienverhältnisse, Alkoholsucht oder gesundheitliche Probleme aufgedeckt und private Telefonate mitgeschnitten.
Die Beantwortung der Frage, ob durch solcherlei Bespitzelungen und Kontrolle der Mitarbeiter deren Privatsphäre nicht in höchstem Maße verletzt würde, ist eigentlich kaum einer Überlegung wert, stellt aber dennoch die Grundlage für hitzige, kontroverse Diskussionen in allen möglichen Medien dar. Um Straftaten aufzudecken sei die Überwachung und Kontrolle unausweichlich, so die verteidigende Meinung der Arbeitgeber und Handelskonzerne. Eine Verletzung der Privatsphäre und somit ein indiskutabler Gesetzesverstoß, so viele Anwälte und Betroffene.

Vor dem Gesetz gilt, dass das Ausspähen von Angestellten erlaubt ist, sofern der begründete Verdacht besteht, dass eine Straftat begangen wird und es keine andere Möglichkeit gibt, diesen Tatverdacht aufzuklären. Das gegenwärtige Problem ist, dass gerade bei einer Videoüberwachung nicht nur der Tatverdächtige sondern alle Mitarbeiter, die zufällig durchs Bild laufen, ebenfalls kontrolliert werden und dadurch in ihre Privatsphäre eingedrungen wird.
Jüngst wurde ein Gesetzentwurf verabschiedet, der es verbietet, heimliche Filmaufnahmen von Mitarbeitern zu erstellen. Einzig in öffentlich zugänglichen Bereichen – wie beispielsweise an Kassen – dürfen die Beschäftigten weiterhin einer Überwachung unterzogen werden.
Arbeitgeber erheben große Kritik und bemängeln, dass sie somit zukünftig keinen Hinweisen auf Straftaten mehr nachgehen können. Datenschützern und Betroffenen geht das Gesetz hingegen nicht weit genug, da die strikte Einhaltung dieses Gesetzes schwer zu kontrollieren sei.

Eine Einigung, die beide Seiten zufrieden stellen wird, ist daher kaum zu erzielen.