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News rund um Job und Karriere

Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft, Zeitdruck ist für viele Arbeitnehmer kein Fremdwort mehr. Sei es bei Bewerbungsgesprächen, beim beruflichen Aufstieg innerhalb eines Betriebes oder sonst wo; es hat meist derjenige die Nase vorn, der alles und möglichst in geringster Zeit erledigt hat. So sollen Jungakademiker herangezogen werden, die -neben natürlich hervorragenden Leistungen im Studium- eine kurze Studiendauer, nach Möglichkeit mehrere Auslandsaufenthalte und wenn eben möglich mindestens eine ehrenamtliche Tätigkeit vorweisen können. Zudem sollen sie körperlich fit sein, ein gepflegtes Äußeres haben und sportlich aktiv sein; möglichst in einem Gruppensport, damit deutlich gemacht wird, dass Teamgeist und Selbstbehauptung gleichermaßen zu ihren Stärken gehören. Und zu guter Letzt darf selbstverständlich eine ausreichende Lebens- und Berufserfahrung nicht fehlen. Da dies bei lebensjungen Bewerbern meist nicht möglich ist, werden zumindest aussagekräftige Praktika oder ein entsprechender Job erwartet.

Die Fülle der Erwartungen hatte zwischenzeitlich schier unüberschaubare Ausmaße angenommen. Der Trend scheint leicht rückläufig. Man hat erkannt, dass auch -oder eben gerade- Arbeitnehmer, die bereits eine gewisse Lebens- und Berufserfahrung (auch aus anderen Bereichen) vorweisen können, häufig die geforderten Leistungen praxisnäher und mit dem notwendigen „Fingerspitzengefühl“ erledigen, während Berufseinsteiger gerade diese Fertigkeiten neben dem zweifelsohne vorhandenen meist guten fachlichen Leistungsvermögen erst noch erlernen müssen.

Romantische Vergangenheit sind die Zeiten, in denen sich der Jungakademiker nach einigen Jahren im Job entspannt zurück lehnen konnte. Heute ist lebenslanges Lernen gefordert. Kaum jemand kann sich mehr auf seinen -wohlverdienten- Lorbeeren ausruhen und, auf den Ruhestand wartend, seinen Hobbys frönen. Stattdessen bestimmen eine hohe Arbeitsdichte, Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und die schwindenden Sozialsysteme, welche in der Vergangenheit in der Lage waren, einen Menschen ohne Arbeit aufzufangen, das Verhalten der Arbeitnehmer in zunehmenden Maße. Der Job ist immer öfter nicht mehr Beruf(ung), sondern meist reine Erwerbstätigkeit mit viel Zeitdruck.

Der Mensch darf nicht zum reinen Arbeitnehmer mutieren. Eine gute Zeitbalance ist notwendig, um den steigenden Anforderungen unserer Zeit und Arbeitswelt noch gerecht werden zu können. Dabei sollte der Zeitdruck einem ausgewogenen Verhältnis von Selbstverwirklichung (Sinn des eigenen Lebens), Sozialleben (Kontakten, Streben nach sozialer Anerkennung), Gesundheitsbewusstsein (gute Ernährung, Fitness, Erholung) und Leistungsbewusstsein (Karriere und Wohlstand) weichen. Der Job ist halt längst nicht alles im Leben und ein gutes Zeitmanagement ist umso wichtiger, um den gestiegenen Anforderungen, allem voran dem großen Zeitdruck, gerecht werden zu können.